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[TAZ] Fahrscheine

[TAZ] Fahrscheine  
André_Loop
From:André_Loop
Subject:[TAZ] Fahrscheine
Date:Sat, 22 Jan 2005 00:36:58 +0100
Die TAZ berichtet über die Fahrscheinpolitik von BVG und S-Bahn:

Achtung, sofort aussteigen!
Traditionell geben weder BVG noch S-Bahn Zahlen ihrer verkauften
Tickets heraus - gerne mit Verweis auf Wettbewerber, die daraus
geheime, geschäftsschädigende Infos ablesen könnten. Welche
Wettbewerber die Berliner Monopolisten da meinen, wissen nur sie.
Beliebt ist auch der Hinweis, die Tarife wechselten von Jahr zu Jahr,
seien deshalb kaum vergleichbar, schrecklich kompliziert und
überhaupt. Die VBB-Rechnung macht die Geheimniskrämerei verständlich:
Zehntausende Stammkunden in wenigen Jahren zu verlieren ist nicht nur
mehr als peinlich, es zeugt auch von falscher Geschäftspolitik.

KOMMENTAR
VON ULRICH SCHULTE
Jahrelang die treue Klientel überproportional zu schröpfen
signalisiert diesen vor allem eines: Achtung, aussteigen bitte! Die
Versuchung ist groß: Der BVG sitzen Schulden von 1 Milliarde Euro im
Nacken. Der Senat kürzt die Zuschüsse. Wenn die Betriebe beim
einträglichen Stammkundengeschäft zulangen, realisieren sie große
Einnahmen. Doch das ist zu kurz gedacht. Die Verkehrsbetriebe sägen,
um im Bild zu bleiben, an der eigenen Schiene. Wer aus Stamm- nur noch
Manchmalkunden macht, verdirbt sich das künftige Geschäft.

Die BVG müht sich zu sparen: Der anvisierte Spartentarifvertrag ist
ein Versuch. Für ihn war es höchste Zeit. Selbst dem - des Sozialneids
unverdächtigen - Fahrgastverband leuchtete nicht mehr ein, warum ein
BVG-Busfahrer deutlich mehr verdient als sein westdeutscher Kollege.

Doch im Haus ist altes Pfründendenken aus Westberliner Zeiten noch
immer weit verbreitet. Geschichten über Dienstwagen oder überhöhte
Managergehälter klingen wie aus einer anderen, längst vergangenen
Zeit. Ihre Fahrgäste mussten im neuen Agenda-Hartz-Berlin ankommen, ob
sie wollten oder nicht. Die BVG ist längst nicht so weit.

taz Berlin lokal Nr. 7571 vom 22.1.2005, Seite 21, 63 Zeilen
(Kommentar), ULRICH SCHULTE
http://www.taz.de/pt/2005/01/22/a0250.nf/text.ges,1

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Beste Grüße
André
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