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[Tsp] Was bringt mehr: Billig oder Teuer?

[Tsp] Was bringt mehr: Billig oder Teuer?  
Thomas Krickstadt
From:Thomas Krickstadt
Subject:[Tsp] Was bringt mehr: Billig oder Teuer?
Date:23 Jan 2005 19:36:30 GMT
Hallo,

der Tagesspiegel vom 24.1.2005 berichtet noch einmal über die
zum 1. August 2005 geplanten Preiserhöhungen im Verkehrsverbund
Berlin-Brandenburg:

Immer teurer

Fahrgäste müssen für Bus und Bahn mehr zahlen
Erhöhung soll 27 Millionen Euro in Kassen bringen

Die Fahrpreise im Nahverkehr werden in einigen Bereichen
stärker steigen als bisher geplant. Dafür bleiben, wie es
momentan aussieht, die Geschwisterkarte für Schüler und
auch die "gleitende Monatskarte" erhalten. Preiserhöhungen
beim Einzelfahrschein, die bisher ausgeschlossen wurden,
sind wieder im Gespräch. In den folgenden Tagen gibt es
weitere Gespräche der Verkehrsbetriebe und des
Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) mit
Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD).
Deren Verwaltung muss die Tarife genehmigen.

[...] Klaus Kurpjuweit



Dagegen wird über Die Bahn berichtet, dass deren Billigtickets
Mehreinnahmen in die Kasse bringen:

Die Bahn fährt mit volleren Zügen
Billigtickets bringen mehr Fahrgäste

Berlin - Der Fernverkehr der Bahn hat sich 2004 offenbar
deutlich erholt. Im vergangenen Oktober wurde sogar mit
einer Auslastung der Züge von 45,2 Prozent der höchste
Wert seit langem erreicht. Auch in den meisten übrigen
Monaten lag die Auslastung deutlich über den jeweiligen
Zahlen von 2002 und 2003. Das geht aus einer Bahnstatistik
hervor. Ein Bahnsprecher betonte, die Steigerung sei nicht
erreicht worden, indem das Angebot eingeschränkt worden
sei - etwa durch kürzere Züge. Vielmehr habe es im Schnitt
mehr Fahrgäste pro Zug gegeben. Der Start in das neue Jahr
sei bisher gut gewesen.

Die Bahn hatte in den vergangenen drei Jahren vor allem
mit zwei Problemen zu kämpfen: einer fehlgeschlagenen
Preisreform und gleichzeitig die immer stärkere Konkurrenz
durch die Billigflieger. Die Sparte rutschte tief in die
roten Zahlen. Doch insbesondere seit vergangenem Sommer
ist eine deutliche Verbesserung der Lage festzustellen
- nimmt man den Grad der Auslastung als Indikator.

Vor allem Billigtickets für 29 Euro lockten mehr Fahrgäste
an. "Die Aktionspreise haben uns geholfen", sagte der
Bahnsprecher. Im traditionellen Sommerloch in den Monaten
Juli und August, wenn der Bahn wegen der Ferienzeit die
Dienstreisenden fehlen, sank die Auslastung nicht wie in
den beiden Jahren zuvor unter die Marke von 40 Prozent,
sondern kletterte von 42,2 Prozent (Juni) auf 42,9 und
43,5 Prozent. Ebenfalls starke Wirkung zeigten die
Sparpreise im November. 2003 war die Auslastung auf
37,4 Prozent eingebrochen. Im vergangenen Jahr lag sie
dagegen bei 42,6 Prozent. Und der Effekt der Sparpreise
scheint nicht auf den Aktionszeitraum beschränkt. Denn
in den jeweiligen Folgemonaten Oktober und Dezember 2004
war die Auslastung deutlich besser als in den Monaten der
beiden Jahre zuvor.

In welcher Form auch 2005 Aktionspreise angeboten werden,
ließ der Bahnsprecher offen. Die Bahn wolle in der Werbung
unter anderem die kostenlosen Vorteile hervorheben - zum
Beispiel die unentgeltliche Mitnahme von Kindern durch
ihre Eltern. "Wir werden noch als zu teuer wahrgenommen,
obwohl wir es nicht sind", sagte der. Ein Ticket für eine
Strecke von 300 Kilometern koste etwa 51 Euro - bei
Umfragen unter Verbrauchern komme aber im Schnitt ein
geschätzter Preis von 87 Euro heraus.

Zur Ergebnisentwicklung 2004 wollte sich der Sprecher nicht
äußern. Er verwies jedoch auf die Umsatzentwicklung in den
ersten neun Monaten. Der Außenumsatz ist in der Zeit von
rund 1,76 Milliarden Euro auf 1,86 Milliarden Euro gestiegen.
Die Billigtickets haben also nicht nur mehr Fahrgäste in die
Züge gebracht, sondern auch mehr Geld in die Kasse.

Bernd Hops



Gruß, Thomas
--
Thomas Krickstadt, Berlin, Germany,
   

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